Köln – Soli für d 300 hungerstreik.

Köln – Soli für d 300 Hungerstreik.

Migranten:

«Wir stehen hier vor der Rechtsfakultät, an der Universität Köln, um unsere Solidarität mit den 300 Hungerstreikenden auszudrücken. Die Streikenden sind aus der Athener Universität geräumt worden? Gewähren wir ihnen doch Unterkunft in anderen Universitäten, anderen Rechtsfakultäten!!», heißt es in einem Flugblatt, das vor dem Gebäude der Rechtsfakultät der Uni Köln verteilt wird. Ein Transparent das zur solidarität mit den Hungerstreikenden aufruft wird oben an einem Baugerüst des Gebäudes befestigt und unten steht ein Transparent mit «no war against migrants».

Während in Griechenland das Thema seit Tagen die Medien beherrscht, ist es hierzulande noch kaum bekannt:
300 Migrant_innen, Arbeiter_innen, viele ohne Papiere sind in den Hungerstreik getreten.
Sie fordern eine bedingungslose Legalisierung aller Migrant_innen und gleiche Rechte für alle, sie sehen den Kampf gemeinsam mit ihren griechischen Kolleg_innen und allen, die unter Ausbeutung zu leiden haben.
In Athen besetzten die Hungerstreikenden ein leerstehendes Gebäude der juristischen akultät. Nach tagelanger Medienhetze wurde das in Griechenland existierende «Universitätsasyl» gebrochen, das Betretungsverbot für Polizei und Militär aufgehoben und die Migrant_innen unter großen Polizeiaufgebot geräumt. Nach zähen Verhandlungen wurde ihnen ein viel zu kleines und nicht wirklich geeignetes «Ersatzgebäude» zugebilligt.
Medien und Politik setzten seit Tagen die Hungerstreikenden unter Druck, eine Legalisierung wurde kategorisch ausgeschlossen,im Gegenteil, der Innenminister ruft alle migrantischen Communities auf, sich zu distanzieren und nicht zur Unruhestiftung beizutragen.
Einige der Unterstützer_innen wurden des «Menschenhandels» angeklagt. Für Europa geht es um viel. Profitieren die Länder doch von den billigen, da entrechteten Arbeitnehmer_innen, ebenso wie vom freien Zugang zu den Rohstoffen, die es in vielen der Länder, aus denen Menschen aus Armut hierherkommen gibt.

In einem anderen Aufruf heißt es:
«Wir haben keine Lust mehr auf eine Logik, nach der die einen mehr Lohn, mehr «Rechte», einen Pass, sogenannte Reisefreiheit oder sonst was bekommen. Die anderen aber mit rassistischen Sondergesetzen, Niedrigstlohn, Illegalisierung, Abschiebeknästen und vielem Weiteren kämpfen müssen. Wir sehen es nicht mehr ein, dass Menschen nach kapitalistischer Verwertungslogik in nützlich und unnütz unterteilt werden!!

Die Hungerstreikenden befinden sich in Thessaloniki und Athen, doch ihre Forderungen sind global. Die BRD ist maßgeblich an restriktiver Flüchtlingspolitik in der EU beteiligt. Auch in der Bundesrepublik wird eine Spaltung betrieben, werden Debatten um sogenannte Integration geführt, während staatlich-institutionalisierter Rassismus Menschen systematisch aus der Gesellschaft ausschließt.

Der Kampf der Hungerstreikenden ist auch ein Arbeitskampf und ein Kampf gegen Sozialabbau. Wir lassen uns nicht einteilen, wir lassen uns nicht spalten, ob in Köln, in Thessaloniki, Athen oder sonst wo, ob Hartz IV, Illegalisiert oder sonst was:»

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